Autor: Hitwoman
Rating: FSK-16
Genre: Drama-Action
Pairing: gar keines
Disclaimer: die Geschichte gehört voll und ganz mir
Anmerkung/Widmung: Diese Kurzgeschichte habe ich geschrieben, als ich verdammt wütend war und meiner Wut einfach freien Lauf lassen wollte. Inspiriert wurde ich durch den Song „Lux Aeterna“ von Clint Mansell aus dem Film „Requiem for a dream“.
Wäre mein Leben ein Film
dann würde er momentan wahrscheinlich damit beginnen, dass man eine dunkle Halle betritt eine dreckige, stillgelegte Fabrikhalle. Das einzige Geräusch, das zu hören ist, ist das schwere, doch ruhige und regelmäßige Atmen der Hauptdarstellerin und in weiter Entfernung das Regenwasser, das durch ein Loch in der Decke in die Halle tropft. Man würde sehen, wie sie langsam und vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzt. Sich immer schneller in der Dunkelheit nach vorne tastet, wie eine Katze schleicht sie dahin. Der nächste Schritt führt sie hinaus aus der Dunkelheit, er schickt sie direkt in den Schein einer alten Lampe, die von der Decke hängt. Schwach werden ihre Gesichtszüge beleuchtet, doch sie blickt nicht ängstlich, wie man es annehmen könnte. Nein, ihr Blick ist aufmerksam auf das Ziel gerichtet. Ihre Augen sind kalt und leer, aber sie nimmt jede Bewegung ihres Gegenübers genau wahr. Ihr Mund wird von einem kleinen süffisanten Lächeln umspielt. Ihre Haut glitzert im Licht der Lampe, sie ist überzogen mit Regenwasser und Schweiß.
Ihre Hände umklammern ein Gewehr, sie hält es schussbereit. Langsam beginnt sie, ihr Ziel zu umkreisen. Immer enger zieht sich die Schlinge zu. Mit angsterfülltem Blick beobachtet er jede ihrer Bewegungen. Man kann hören, wie er schwer atmet, stoßweise, heftig und unkontrolliert, ein grotesker Gegensatz zu ihrem ruhig Atem. Ein Schweißtropfen löst sich von seiner Stirn und bahnt sich langsam seinen Weg über die rechte Schläfe hinab, über die Wange und dann weiter über die Kehle, bis er verschwunden ist.
Ihre Sinne sind bis aufs Äußerste geschärft, ihr entgeht nicht die kleinste Bewegung. Plötzlich und abrupt bleibt sie stehen. Die Blicke treffen sich. Ihrer voll Abscheu, die Verletzungen der letzten Jahre haben Narben auf ihrer Seele hinterlassen und diese spiegeln sich nun ihn ihren Augen wider. Seiner voller Angst, man sieht nichts als Unwissenheit, er ist sich nicht im Klaren darüber, wie sehr er sie in den letzten zwei Jahren verletzt hat.
Plötzlich beginnt sie zu lachen, doch es ist nicht etwa ein freundliches oder herzliches Lachen, es ist ein hartes und eiskaltes Lachen. Sie hat bemerkt, dass sie endlich, nach zwei Jahren voll des Schmerzes, die Kontrolle übernommen hat. Die Kontrolle über ihr Leben und jetzt gerade auch über seines. Die Zeit, in der er ihr Leben diktierte, ist nun endgültig vorbei, nie wieder wird sie auch nur einen Gedanken an ihn verschwenden, sie wird ihn aus ihrem Leben verbannen, alles vernichten, es wird so sein, als hätte er nie existiert.
Die Kamera fährt viel zu schnell aus dem Gebäude hinaus zurück in die Dunkelheit, bewegt sich in ein paar Sekunden Hunderte von Kilometern weg und das einzige, das noch zu hören ist, ist ein vertrautes Geräusch. Ein metallisches Geräusch. Das Geräusch eines Gewehres beim Durchladen.
Aber mein Leben ist kein Film.
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